Mario Bellini, Designer

Mario Bellini, Designer

Mario Bellini

Mario Bellini ist ein italienischer Designer und Architekt. Er schloss sein Architekturstudium im Jahre 1959 am Polytechnikum Mailand ab. Bellini ist weltweit durch die Planung und Ausführung von Bau- und Sanierungsprojekten bekannt

Mario Bellini gehört zu den legendären Namen des italienischen Designs. Der 1935 in Mailand geborene Italiener blickt auf eine vielseitige und einzigartige berufliche Laufbahn zurück. Nachdem er 1959 sein Architekturstudium an der Polytechnischen Universität Mailand abschloss, wurde er nur zwei Jahre später 1961 zum leitenden Designer des großen Kaufhauses Rinascente ernannt. 1963 übernahm er die Verantwortung für das Olivetti-Design. 1978 schließlich wurde er zum Designberater des Automobilherstellers Renault berufen.

Bellini war außerdem Mitglied des Wissenschaftskomitees der Triennale di Milano und Dozent an zahlreichen Hochschulen, darunter das Royal Collage of Art in London. Zwischendurch blieb ihm Zeit, Bauwerke für vier der fünf Kontinente (mit Ausnahme von Afrika) zu entwerfen und sich dem Produktdesign sowie dem Entwurf von Möbeln und Beleuchtung zu widmen.

25 seiner Arbeiten gehören zur ständigen Ausstellung des Museum of Modern Art in New York. Eine kaum zu überbietende Ziffer – genau wie die insgesamt acht Designpreise „Compasso d’Oro“, die ihm bis heute verliehen wurden. Die bislang letzte dieser Auszeichnungen bekam er 2002 für den Stuhl, der seinen Namen trägt und von Heller produziert wird. Seinen ersten „Compasso d’Oro“ erhielt Bellini 1962 für den Tisch Cartesius, der von Andreu World neu aufgelegt wurde. Bellini entwarf diesen Tisch im Alter von nur 26 Jahren.

Seinen ersten Tisch, praktisch sein Designdebüt, skizzierte er auf einer Streichholzschachtel, während er zum ersten Mal die Möbelfabrik seines ersten Kunden besuchte.

Bellinis erster „Compasso d’Oro“ war – und das ließ man ihn spüren – im weit zurückliegenden Jahr 1962 der erste Compasso d’Oro, der einem Möbel verliehen wurde. Minimalistisch weit vor seiner Zeit, zu innovativ für die Epoche, war der Tisch nur kurz darauf von der Möbelbühne verschwunden und sollte erst viele Jahrzehnte später wieder aus der Versenkung auftauchen, frisch und intakt, mit all seiner provokativen Exaktheit. Ein Design, das keines Überdenkens bedarf und keine Kompromisse zulässt.

Der Tisch wurde 2004 unter seinem heutigen Namen – zuvor war er nüchtern nach seinem Entstehungsjahr „1962“ benannt worden – wiederentdeckt. Ein Name, den er ab dem Moment seiner Kreation hätte tragen müssen: Cartesius.