Marco Zanuso und Richard Sapper

Marco Zanuso und Richard Sapper

Marco Zanuso

Maro Zanuso gilt als einer der Väter des italienischen Industriedesigns. Zanuso war einer der ersten, die sich mit der Frage der industriellen Herstellung von Gebrauchsgegenständen unter der Verwendung neuer Materialien und Technologien beschäftigte.
1948 gründete Pirelli die Firma Arflex, die moderne Möbel aus innovativen Materialien wie Schaumgummi herstellt, und beauftragte Zanuso mit der Entwicklung eines spezifischen Designs. Die Stuhlmodelle "Antropus" und "Lady" (beide 1949) zählen zu seinen ersten Werken.

Neben anderen namhaften italienischen Designern und Architekten war Zanuso mehrfach (1954, 1955, 1956, 1998) Mitglied der Jury des „Compasso d'Oro", des von Zanuso mitgestalteten Preises für Industriedesign der ADI.

Mit dem deutschen Designer Richard Sapper arbeitete Marco Zanuso u.a. für den Elektronikhersteller Brionvega und für Siemens.

 

Richard Sapper

Der in Italien lebende Deutsche Richard Sapper (Münchner) ist einer der bedeutendsten Produktdesigner der Gegenwart.

1958 übersiedelte Sapper Sapper nach Mailand, schon zu jener Zeit eine Hochburg des Avantgarde- Designs. Hier entwarf er bis zum Ende der 1960er-Jahre Gebrauchsgegenstände für renommierte Unternehmen wie La Rinascente oder Alessi, sowie für verschiedene Designstudios wie Giovanni Ponti, Alberto Rosselli und vor allem Marco Zanuso, mit dem er einige Produktentwürfe gemeinsam entwickelte.

In dieser Zeit schuf er nicht nur bedeutende Designklassiker, sondern er übersetzte auch die Tagebücher des Malers Paul Klee ins Italienische.

1970 gründete Sapper in Stuttgart sein eigenes Designbüro, zugleich begann er seine Beratertätigkeit für Fiat und Pirelli. 1980 wurde er bei der IBM Corporation verantwortlicher Berater für das weltweite Produktdesign und das Corporate Image des Konzerns.

Er prägte wesentlich die Gestaltung der IBM-Desktopcomputer und -Notebooks (ThinkPad).

Richard Sapper gilt als politisch engagierter Mensch, der sich einem humanistischen Weltbild verpflichtet sieht. Er begreift Design als soziale und politische Aufgabe. Mit seinem Motto „Der Form einen Sinn geben" distanziert er sich deutlich vom Leitmotiv „form follows function" des funktionalistischen Designverständnisses.