Carl Fieger, Designer

Carl Fieger, Designer

Carl Fieger einer der Bauhaus Künstler

Carl Fieger war von 1921 bis 1934 Mitarbeiter im Baubüro von Walter Gropius, wobei er mit allen wichtigen Bauhaus-Künstlern in Kontakt kam.

Carl Fieger war am Entwurf des Dessauer Bauhausgebäudes und der Meisterhäuser beteiligt. Von 1927 bis 1930 war er selbst Lehrer für Fachzeichnen und darstellende Geometrie innerhalb der Baulehre am Bauhaus in Dessau.

Sein eigenes Haus neben der Siedlung Törten und die an der Elbe gelegene Gaststätte Kornhaus gelten als Musterbeispiele des Neuen Bauens. Als Stadtbaurat gehörte Carl Fieger zu jenen, die nach dem Zweiten Weltkrieg die damals vergeblichen Versuche zur Wiederbelebung des Bauhauses unterstützten.

Bei den SED-Machthabern fiel er deshalb in Ungnade.

Seit 1998 wird von der Stiftung Bauhaus Dessau ein Carl-Fieger-Preis vergeben.

Nach einem Hochbau- und Innenarchitekturstudium an der Kunst- und Gewerbeschule Mainz arbeitete Carl Fieger ab 1911 im Atelier von Peter Behrens, wo er unter anderem Walter Gropius und Le Corbusier kennen lernte. Nach seiner Beteiligung am Innenausbau der Deutschen Botschaft in St. Petersburg 1912 wurde Fieger noch im selben Jahr Mitarbeiter in Walter Gropius Baubüro. Nach Ende des Krieges arbeitete er erneut im Atelier von Peter Behrens, bis ihn Gropius 1921 als nebenamtlichen Lehrer für Architekturzeichnen an das Staatliche Bauhaus in Weimar berief.

Parallel zu seiner Mitarbeit im privaten Baubüro von Walter Gropius, für den er noch bis 1934 viele Entwürfe zeichnete, machte sich Carl Fieger bereits 1926 selbstständig. In dieser Zeit war er unter anderem am Entwurf des Dessauer Bauhausgebäudes und der Meisterhäuser beteiligt und entwarf 1926 sein eigenes Wohnhaus samt Innenausstattung. Zwischen 1927 und 1930 unterrichtete er Fachzeichnen und darstellende Geometrie innerhalb der Baulehre, des letzten Abschnitts der dreistufigen Ausbildung am Bauhaus Dessau. 1930 wurde nach seinem Entwurf das Dessauer Restaurant Kornhaus an der Elbe errichtet. Trotz Berufsverbot ab 1934 durch die Nationalsozialsten arbeitete er anonym weiter.

Nach Kriegsende kehrte Carl Fieger nach Dessau zurück und engagierte sich am Wiederaufbau der stark zerstörten Stadt. Unter anderem entwarf er vier Variationen eines variablen Haustyps. Zusammen mit dem ehemaligen Bauhäusler Hubert Hoffmann versuchte er die Wiederbelebung des Bauhauses, bis ihn der Architekt Richard Paulick 1952 an die Deutsche Bauakademie berief. Infolge schwerer Krankheit musste Fieger jedoch bereits im Jahr darauf seinen Beruf aufgeben.

Eine erste Ausstellung zu seinem architektonischen Schaffen fand bereits zwei Jahre nach seinem Tod 1960 im Ernst-Ludwig-Haus des Bauhaus-Archivs in Darmstadt statt.