Maria Berntsen, Designerin und Architektin

Maria Berntsen, Designerin und Architektin

Maria Berntsen

Die enge Beziehung zwischen Architektur und Design fällt bei vielen Produktgestaltern aller Zeiten und aller Länder ins Auge. Nicht wenige Designer verschränkten beide Disziplinen zeitlebens zu einer wirkungsvollen Symbiose. Vor diesem Background fällt es besonders auf, dass die dänische Designerin und Architektin Maria Berntsen einen etwas anderen Weg ging.

Sie wurde 1961 in Kopenhagen geboren, studierte von 1987 bis 1990 an der Kopenhagener Kunstakademie Architektur und setzte dieses Studium von 1991 bis 1992 an der L’Ecole d’Architecture in Bordeaux fort.

Dann aber, direkt im Anschluss, eröffnete sie ein Atelier für Produktdesign in Kopenhagen und arbeitet seitdem für Kunden wie Georg Jensen, Holmegaard, Tefal, Koziol, Stelton oder Rosendahl. Für diese Unternehmen entwirft Maria Berntsen  Schmuck, Möbel sowie mannigfaltige dekorative Objekte.

Nach ihren eigenen Worten stammen ihre Kenntnisse aus dem Studium der Kunsthistorie an der Volksuniversität. Neben ihren derzeitigen Tätigkeiten in der  Produktgestaltung unterrichtet Maria Berntsen an der dänischen Designschule Industriedesign.

Für Maria Berntsen steht der Prozess der Formgebung im direkten Zusammenhang mit der persönlichen Entwicklung und spiegelt den Wertehorizont des Gestalters in seinen Produkten. Formen müssten der menschlichen Physis entgegenkommen, den einzelnen unmittelbar visuell ansprechen. Das Material bedeute hierbei  eine Herausforderung, in der Chancen und Risiken steckten. Dieses genaue Abstecken des Pfades auf einer Gratwanderung, das präzise Hinterfragen der eigenen Schritte und Möglichkeiten ist den Produkten und Accessoires der Designerin anzusehen und verleihen ihnen ihre eigentümliche Stringenz.

Ein Beispiel unter vielen anderen mag der Besteckentwurf für die Firma Jensen sein, eine Serie aus rostfreiem Edelstahl. Frau Berntsen sagt selbst, der Entwurf sei schnell, spontan und sehr intuitiv entstanden. Bei den Gabeln wird die Beziehung zur menschlichen Hand sinnfällig, während der Kopfteil des Löffels geheimnisvolle Sympathien zu anderen Gesichts- oder Kopfteilen zu haben scheint. In der –eigentlich recht sanften – Biegung des Messergriffes ist der gewaltsame Prozess des schneidenden, trennenden Vorgangs angedeutet. Das Besteck offenbart in seinen dynamischen Rundungen etwas vom Wesen des Weiblichen.

Maria Berntsen ist eine Designerin deren hellsichtige Gestaltungen noch lange von sich sprechen machen werden.