Arne Jacobsen
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Arne Jacobsen (1902-1971) absolvierte nach abgeschlossener Mauerlehre 1924 "Die Technische Gesellschafts Schule" und 1927 die Kunstakademie in Kopenhagen. 1928 erhielt er die Goldene Medaille der Akademie, hatte aber bereits als 23-jähriger die Silberne Medaille der Weltausstellung in Paris erhalten, die erste von zahlreichen Ehrenbezeichnungen die in seinem Leben folgen sollten und ein selbstverständliches Akkompagnement zu seiner künstlerischen Aktivität, seinem unermüdlichen Suchen und seinen souveränen Lösungen spielten, die sich u. a. in seinen zahlreichen Siegen bei heimatlichen und internationalen Wettbewerben manifestierten.
Von seinen Hauptwerken sind zu erwähnen:
Die Rathäuser in Arhus, Sollerod, Rodovre und Glostrup, das SAS-Gebäude (Royal Hotel) in Kopenhagen, Die Munkegardsschule in Gentofte, Toms Fabrikker in Ballerup, Dänemarks Nationalbank, die Sportshalle in Landskrona, St. Cathrines College in Oxford und das Verwaltungsgebäude der Hamburgischen Elektrizitätswerke.
1932 begann Arne Jacobsen seine Zusammenarbeit mit Fritz Hansens Eft. A/S , und im Laufe der Jahre entwarf er eine Serie von Stühlen und Sesseln die oft als Meilensteine auf dem Entwicklungswege der heutigen Möbelkunst bezeichnet worden sind. Das gilt z. B. für "Die Ameise" (1951), "Das Ei" (1957) und "Der Schwan" (1957).
Aber auch auf anderen Gebieten des Kunstgewerbes hat sich Arne Jacobsen zu neuen und epochemachenden Lösungen herausfordern lassen, u. a. zu seiner Korpusserie "Cylinda-line" aus Edelstahl.
Arne Jacobsen war Professor an der Kunstakademie Kopenhagen und wurde von mehreren ausländischen Universitäten und Akademien zum Dr. h.c. ernannt. 1967 wurde der Cylinda-line der Industrie-Preis der Dänischen Gesellschaft für Industrielles Design zuerkannt. 1968 erfolgte die Verleihung des International Design Award des American Institute of Interior Designers.
Architektur
Jacobsens Architektur zeichnet sich durch eine klare, an Geometrie und Material orientierte Formensprache aus. Diese leitete sich dabei weniger, wie es gern dargestellt wird, aus der Funktion ab (form follows function), sondern entsprang dem rigiden modernistischen Konzept Jacobsens, dem sich, im privaten Alltag, auch dessen Familie unterwerfen musste. Jacobsen galt Kritikern als architektonischer Diktator, der Gebäude so rigide durchgestaltete, dass es keinen Raum für persönliche Änderungswünsche gab.
Sein wohl bekanntestes Werk auf diesem Gebiet ist das SAS Royal Hotel in Kopenhagen von 1960. Arne Jacobsen gestaltete sowohl das Gebäude als auch die komplette Inneneinrichtung. Nach vielfältigen Umbauten ist der ursprüngliche Entwurf nicht mehr komplett erhalten.
Außer in Dänemark und in den USA hat Jacobsen hat auch in Deutschland errichtete Gebäude entworfen, unter anderem das Gebäude des Gymnasiums Christianeum in Hamburg-Othmarschen und das Gebäude der Vattenfall Europe Hamburg AG in der Hamburger City-Nord im Stadtteil Winterhude. Weitere Entwürfe von Jacobsen wurden in Berlin (Hansaviertel), Hannover, Mainz (Rathaus) und Firmenzentrale der Novo, Castrop-Rauxel sowie in Burgtiefe auf Fehmarn realisiert.
Design
Im Gegensatz zu den architektonischen Arbeiten orientierten sich viele seiner Design-Projekte stark an organischen Formen. Jacobsen entwickelte hieraus an die Formensprache abstrakter Kunst erinnernde Objekte, die sich durch eine prägnante und klare Gestalt auszeichneten. Ein Hintergrund dieser anderen Akzentsetzung im Designbereich dürfte Jacobsens Naturverbundenheit gespielt haben - Jacobsen war passionierter Botaniker. Populär wurden mehrere seiner Sitzmöbel, die ab 1950 entstanden. Diese tragen Namen wie „Ameise“, „Ei“, „Schwan“ oder „3107“. Letzterer ist der meistverkaufte Stuhl aller Zeiten. Ebenfalls sehr bekannt wurde seine Essbesteckserie „AJ“; Stanley Kubrick wählte sie für den in den 1960er Jahren gedrehten Film „2001: Odyssee im Weltraum“. Jacobsens für den Hersteller Stelton entworfene Gebrauchsgegenstände aus Edelstahl sind moderne Klassiker.
In seinem Werk spiegelt sich sein Perfektionismus wider. Er soll fast permanent gearbeitet haben. Erholung bestand für ihn darin, sich einem anderen Bereich kreativer Betätigung zuzuwenden.
- 1925 - Silbermedaille für einen Stuhlentwurf bei der Pariser Weltausstellung
- 1936 - Eckersberg-Medaille
- 1954 - Ehrenpreis der Internationalen Kunst- und Architekturausstellung in Sao Paulo für das Massey-Harris-Gebäude
- 1962 - Ehrenmedaille des Akademischen Architektenverbandes
- 1963 - Fritz-Schumacher-Preis
- 1966 - Ehrendoktor in Oxford, England
- 1968 - Ehrendoktor in Glasgow
- 1969 - Goldmedaille "Pio Manzu" von der Akademie der freien Künste in San Marino
- 1971 - Goldmedaille der Akademie für Architektur in Frankreich

